T+43 676 77 655 65 Eoffice@martial-arts.at AKoschatgasse 35, 8020 Graz
Probetraining
Partnerübung mit einem Stock zur Demonstration einer Hebel- oder Würgetechnik beim Waffentraining im Freien der Akademie für Selbstverteidigung, Kampfkünste und Kampfsport in Graz.

Kendo

Der „Weg des Schwertes“ – japanisches Schwertfechten mit Bambusschwert

Was ist Kendo?

Kendo (japanisch „Weg des Schwertes“) ist japanisches Schwertfechten mit einem Bambusschwert (Shinai) und einer Schutzrüstung (Bōgu). Ziel ist ein sauberer Treffer auf festgelegte Zonen – mit Kampfschrei, korrekter Haltung und gleichzeitigem Fußstampfen.

Kendo ist Wettkampfsport und Budō-Disziplin zugleich. Es schult Timing, Entschlossenheit und Ausdauer und wird von Kindern bis ins hohe Alter betrieben.

Herkunft und Geschichte des Kendo

Kendo geht auf die Schwertschulen der Samurai (Kenjutsu) zurück. Weil das Üben mit echten oder hölzernen Schwertern gefährlich war, entwickelten Schulen im 18. Jahrhundert Bambusschwerter und Schutzrüstungen, mit denen man voll zuschlagen konnte.

Nach dem Ende der Samurai-Ära wurde das Schwertfechten als Erziehungsmittel und Sport weitergeführt; um 1920 setzte sich der Name „Kendō“ durch. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Kendo in Japan zeitweise verboten. 1952 wurde der Allgemeine Japanische Kendoverband gegründet, 1970 der Weltverband International Kendo Federation (FIK), der seither Weltmeisterschaften ausrichtet.

JahrEreignis
18. Jh.Einführung von Bambusschwert und Schutzrüstung in Schwertschulen
um 1920Der Name „Kendō“ setzt sich durch
1952Gründung des Allgemeinen Japanischen Kendoverbands
1970Gründung der International Kendo Federation (FIK), erste Weltmeisterschaft

Techniken und Training im Kendo

Ein gültiger Treffer (Yūkō-datotsu) verlangt die Einheit von Geist, Schwert und Körper (Ki-ken-tai-ichi): Kampfschrei, Treffer mit dem richtigen Teil der Klinge und Fußstampfen im selben Moment, danach wache Aufmerksamkeit (Zanshin).

BegriffBedeutung
MenTreffer auf den Kopf
KoteTreffer auf das Handgelenk
DōTreffer auf die Rumpfseite
TsukiStich zur Kehle; meist erst für Fortgeschrittene erlaubt
ShinaiBambusschwert aus vier Lamellen
BōguRüstung aus Kopfschutz, Handschuhen, Brustpanzer und Hüftschutz
KiaiKampfschrei, der Entschlossenheit ausdrückt
KataFormen mit Holzschwert (Bokutō) zu zweit

So läuft eine typische Kendo-Einheit ab: Etikette, Aufwärmen, Grundschläge (Suburi) und Beinarbeit, dann Partnerübungen in Rüstung (Kirikaeshi, Waza-geiko) und freies Üben (Jigeiko). Anfänger trainieren die ersten Monate oft ohne Rüstung. Graduiert wird mit Kyū- und Dan-Graden.

Wofür wird Kendo trainiert?

  • Wettkampf: Kämpfe gehen meist über zwei Treffer; Mannschaftswettbewerbe sind verbreitet.
  • Timing und Entschlossenheit: Kendo lehrt, den richtigen Moment zu erkennen und ohne Zögern zu handeln.
  • Fitness: Beinarbeit und Schlagserien in Rüstung sind sehr intensiv.
  • Persönliche Entwicklung: Etikette und Respekt sind fester Bestandteil.
  • Selbstverteidigung: Kendo ist dafür nicht ausgelegt; Schwerter spielen im Alltag keine Rolle.

Stärken und Grenzen von Kendo

Stärken

  • Voller Kontakt mit Schutz: Man kann mit voller Kraft treffen, ohne sich zu verletzen.
  • Timing und Entschlossenheit auf hohem Niveau.
  • Lebenslanger Sport: Kendo wird bis ins hohe Alter betrieben.

Grenzen

  • Regelgebunden; nicht mit ungeschütztem Schwertkampf gleichzusetzen.
  • Keine waffenlose Selbstverteidigung.
  • Die Rüstung ist anfangs teuer.

Für wen eignet sich Kendo?

Kendo eignet sich für Kinder, Jugendliche und Erwachsene jeden Alters, die einen intensiven, traditionsreichen Wettkampfsport mit Waffe suchen. Lautes Kiai und Schlagen mit dem Shinai sind gewöhnungsbedürftig, gehören aber dazu.

Kendo im Vergleich: Iaido, Fechten und historisches Fechten

Kendo und Iaido werden oft gemeinsam genannt und im selben Verband organisiert, unterscheiden sich aber grundlegend.

KendoIaidoSportfechten
WaffeShinai (Bambus)Iaitō / ShinkenFlorett, Degen, Säbel
Gegnerreal, in Rüstungvorgestelltreal, mit Schutzkleidung
TrefferMen, Kote, Dō, Tsukikein Treffer, Formenje nach Waffe
UrsprungJapanJapanEuropa
  • Kendo und Iaido: Iaido übt das Ziehen und Schneiden mit dem Schwert in Formen, Kendo den Kampf mit dem Bambusschwert.
  • Kendo und Fechten: Beide sind Klingensportarten mit Trefferregeln; Kendo wird beidhändig und mit Kampfschrei gefochten.
  • Kendo und Samurai-Kampfkünste: Kendo ist die moderne, sportliche Form des Kenjutsu der Samurai.

Welche Rolle spielt Kendo bei Martial Arts Systematics?

Martial Arts Systematics (MAS) unterscheidet Kampfsport, Selbstverteidigung und Waffenkampfkunst. Kendo berührt den dritten Bereich.

In der Waffenkampfkunst-Klasse für Erwachsene werden Hieb-, Stich- und Schnittwaffen mit gepolsterten Trainingsgeräten systematisch behandelt. Prinzipien wie Distanz, Initiative und der richtige Angriffsmoment sind dabei zentral – und gelten genauso im waffenlosen Kampf.

MAS bietet kein Kendo mit Shinai und Rüstung, keine Kendo-Wettkämpfe und keine Kendo-Graduierungen an. Wer Kendo lernen möchte, sollte ein Kendo-Dōjō wählen.

Häufige Fragen zu Kendo

Was bedeutet Kendo?

Kendo bedeutet „Weg des Schwertes“. Es ist die moderne, sportliche Form des japanischen Schwertfechtens.

Womit wird im Kendo gekämpft?

Mit einem Bambusschwert (Shinai) und einer Schutzrüstung (Bōgu) aus Kopfschutz, Handschuhen, Brustpanzer und Hüftschutz.

Welche Treffer zählen im Kendo?

Gültig sind Treffer auf Kopf (Men), Handgelenk (Kote), Rumpfseite (Dō) und – meist erst für Fortgeschrittene – ein Stich zur Kehle (Tsuki), jeweils mit Kampfschrei und korrekter Haltung.

Was ist der Unterschied zwischen Kendo und Iaido?

Kendo ist Kampf gegen einen echten Gegner mit Bambusschwert und Rüstung. Iaido übt das Ziehen und Schneiden mit dem Schwert in Formen gegen einen vorgestellten Gegner.

Ist Kendo gefährlich?

Dank Rüstung ist das Verletzungsrisiko gering. Häufiger sind Blasen an den Füßen und Überlastungen der Waden.

Ist Kendo für Selbstverteidigung geeignet?

Nein. Kendo ist ein Budō-Sport mit Schwert; waffenlose Techniken oder Selbstverteidigungssituationen kommen nicht vor.

Kann ich bei MAS in Graz Kendo lernen?

Kendo mit Shinai und Rüstung bietet MAS nicht an. In der Waffenkampfkunst-Klasse für Erwachsene werden aber Distanz, Timing und Initiative mit gepolsterten Trainingswaffen geübt.

Wer organisiert Kendo international?

Die International Kendo Federation (FIK), gegründet 1970. Sie richtet Weltmeisterschaften aus und organisiert auch Iaido und Jōdō.

Fazit

Kendo ist ein intensiver japanischer Schwertsport, der Timing, Entschlossenheit und Ausdauer schult und Tradition bewahrt. Mit Selbstverteidigung hat er wenig zu tun. Wer Prinzipien der Waffenarbeit in einem breiteren Zusammenhang kennenlernen möchte, kann sich die Waffenkampfkunst-Klasse von Martial Arts Systematics in Graz ansehen.

Verwandte Einträge

Quellen und weiterführende Informationen