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Probetraining
Einsatz eines Hilfsgegenstands bei körperlicher Unterlegenheit im Selbstverteidigungstraining (Krav Maga, Wing Chun) der Akademie für Selbstverteidigung, Kampfkunst und Kampfsport in Graz.

Hapkido

Koreanische Selbstverteidigung mit Hebeln, Würfen und Tritten

Was ist Hapkido?

Hapkido ist eine koreanische Kampfkunst zur Selbstverteidigung. Sie verbindet Gelenkhebel, Würfe und Befreiungen mit Tritten und Schlägen. Hapkido entstand nach dem Zweiten Weltkrieg in Korea und geht wesentlich auf Choi Yong-sul (1904–1986) zurück.

Der Name bedeutet etwa „Weg der Koordination der Kräfte“ und wird mit denselben Schriftzeichen geschrieben wie das japanische Aikido. Je nach Schule und Verband unterscheiden sich Inhalte und Schwerpunkte deutlich.

Herkunft und Geschichte des Hapkido

Choi Yong-sul lebte als junger Mann in Japan und lernte dort nach eigenen Angaben das Daitō-ryū Aiki-jūjutsu. Wie lange und bei wem genau, ist unter Historikern umstritten. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte er nach Korea zurück und begann 1948 in Daegu zu unterrichten.

Seine Schüler, vor allem Ji Han-jae, ergänzten das Hebel- und Wurfsystem um koreanische Tritttechniken. Um 1959 setzte sich der Name „Hapkido“ durch. In den folgenden Jahrzehnten entstanden zahlreiche Verbände und Stilrichtungen, sodass es heute kein einheitliches Hapkido gibt.

JahrEreignis
1948Choi Yong-sul beginnt in Daegu zu unterrichten
um 1959Der Name „Hapkido“ setzt sich durch
1960erErgänzung um ein umfangreiches Trittrepertoire
heuteViele Verbände mit unterschiedlichen Lehrplänen

Techniken und Training im Hapkido

Hapkido arbeitet in allen Distanzen: Tritte auf große Entfernung, Schläge auf mittlere, Hebel und Würfe auf kurze. Typisch ist der Grundsatz, eine Bewegung des Angreifers kreisförmig umzulenken, statt sie frontal zu blocken.

BegriffBedeutung
Gwanjeol-giGelenkhebel an Handgelenk, Ellbogen und Schulter
DeonjigiWürfe, oft aus einem Hebel heraus
HosinsulBefreiungen aus Griffen und Umklammerungen
ChagiTritte, von niedrigen Stoppkicks bis zu Sprungtritten
NakbeopFallschule für Würfe und Hebel
WaffenIn manchen Schulen Stock, Gürtel oder Stockschirm

So läuft eine typische Hapkido-Einheit ab: Aufwärmen und Dehnen, Fallschule, Tritttechniken, dann Partnerübungen mit Befreiungen, Hebeln und Würfen. Fortgeschrittene üben Abwehr gegen mehrere Angreifer oder gegen Waffen. Graduiert wird meist mit farbigen Gürteln und Dan-Graden.

Wofür wird Hapkido trainiert?

  • Selbstverteidigung: Hapkido ist von Grund auf als Selbstverteidigungssystem gedacht, mit Befreiungen, Hebeln und Würfen.
  • Beweglichkeit: Tritte und Fallschule fördern Dehnfähigkeit und Körperkontrolle.
  • Vielseitigkeit: Das Repertoire reicht von Tritten bis zu Kontrolltechniken.
  • Wettkampf: Spielt kaum eine Rolle; manche Verbände bieten Formen- oder Vorführwettbewerbe an.

Stärken und Grenzen von Hapkido

Stärken

  • Breites Repertoire für alle Distanzen: Tritte, Schläge, Hebel, Würfe.
  • Klarer Selbstverteidigungsbezug mit Befreiungen aus typischen Griffen.
  • Gute Fallschule und Beweglichkeit.

Grenzen

  • Die praktische Belastbarkeit hängt stark vom Anteil an Training gegen freien Widerstand ab.
  • Inhalte und Qualität unterscheiden sich stark zwischen Schulen und Verbänden.
  • Bodenkampf ist meist kaum vertreten.

Für wen eignet sich Hapkido?

Hapkido eignet sich für Jugendliche und Erwachsene, die ein vielseitiges, selbstverteidigungsorientiertes System ohne starken Wettkampffokus suchen. Gute Beweglichkeit hilft bei den Tritten, entsteht aber auch im Training.

Wer Hebel in einem ruhigeren Rahmen sucht, kann sich Aikido ansehen; wer sportliche Tritttechnik und Wettkampf möchte, Taekwondo.

Hapkido im Vergleich: Aikido, Taekwondo und Jiu-Jitsu

Hapkido wird oft mit Aikido und Taekwondo verwechselt – zu Recht, denn es hat mit beiden etwas gemeinsam.

HapkidoAikidoTaekwondoJiu-Jitsu
HerkunftKorea, 20. Jh.Japan, 20. Jh.Korea, 20. Jh.Japan, historische Schulen
SchwerpunktHebel, Würfe, TritteAusweichen, Hebel, WürfeTritteHebel, Würfe, Befreiungen
Wettkampfkaummeist neinja, olympischje nach Verband
  • Hapkido und Aikido: Beide gehen auf das Daitō-ryū zurück. Aikido verzichtet weitgehend auf Schläge und Tritte, Hapkido setzt sie gezielt ein.
  • Hapkido und Taekwondo: Beide sind koreanisch und trittbetont. Taekwondo ist ein olympischer Sport, Hapkido ein Selbstverteidigungssystem mit Hebeln und Würfen.
  • Hapkido und Jiu-Jitsu: Beide verbinden Hebel, Würfe und Befreiungen; Hapkido legt mehr Gewicht auf Tritte.

Welche Rolle spielt Hapkido bei Martial Arts Systematics?

Martial Arts Systematics (MAS) ist keine Hapkidoschule, sondern eine übergeordnete Systematik. Sie wählt Lösungen danach aus, ob sie unter den jeweiligen Bedingungen funktionieren.

Für die Selbstverteidigung bei MAS sind Befreiungen aus Griffen, Hebelkontrolle und der Übergang zwischen Tritt-, Schlag- und Griffdistanz relevant. Sie werden mit Gefahrenerkennung, Deeskalation und Flucht verbunden und gegen aktiven Widerstand überprüft. Kontroll- und Festhaltetechniken sind etwa für Berufe mit erhöhtem Risiko wichtig.

MAS bietet kein Hapkido-Curriculum und keine Hapkido-Graduierungen an. Wer Hapkido als eigenständigen Stil lernen möchte, sollte eine Hapkidoschule wählen.

Häufige Fragen zu Hapkido

Was bedeutet Hapkido?

Hapkido setzt sich aus „hap“ (Vereinigung), „ki“ (Energie) und „do“ (Weg) zusammen und bedeutet etwa „Weg der Koordination der Kräfte“. Es wird mit denselben Schriftzeichen geschrieben wie Aikido.

Wer hat Hapkido gegründet?

Als Begründer gilt Choi Yong-sul, der ab 1948 in Korea unterrichtete. Sein Schüler Ji Han-jae prägte den Namen und das Trittrepertoire wesentlich mit.

Ist Hapkido gut für Selbstverteidigung?

Hapkido ist als Selbstverteidigungssystem gedacht. Wie gut es im Ernstfall hilft, hängt davon ab, ob in der Schule auch gegen freien Widerstand trainiert wird.

Was ist der Unterschied zwischen Hapkido und Aikido?

Beide gehen auf das japanische Daitō-ryū zurück. Aikido arbeitet überwiegend mit Ausweichen, Hebeln und Würfen, Hapkido zusätzlich mit Tritten und Schlägen.

Was ist der Unterschied zwischen Hapkido und Taekwondo?

Taekwondo ist ein olympischer Kampfsport mit Schwerpunkt Tritte. Hapkido ist ein Selbstverteidigungssystem, das Tritte mit Hebeln, Würfen und Befreiungen verbindet.

Gibt es Wettkämpfe im Hapkido?

Kaum. Einige Verbände bieten Formen- oder Vorführwettbewerbe an; Vollkontaktwettkämpfe sind unüblich.

Kann ich bei MAS in Graz Hapkido lernen?

MAS bietet kein Hapkido-Programm und keine Hapkido-Gürtel an. Befreiungen, Hebel und Distanzwechsel, wie sie auch im Hapkido vorkommen, sind aber Teil des Selbstverteidigungstrainings.

Ist Hapkido für Frauen geeignet?

Ja. Hebel und Befreiungen setzen auf Technik statt Kraft. Für reale Situationen ist ergänzend Training gegen Widerstand und zur Gefahrenvermeidung sinnvoll.

Fazit

Hapkido ist ein vielseitiges koreanisches Selbstverteidigungssystem mit Hebeln, Würfen und Tritten. Seine Qualität hängt stark von der jeweiligen Schule und vom Anteil freien Trainings ab. Wer diese Prinzipien in einem stilübergreifenden, druckgeprüften Training erleben möchte, kann das bei Martial Arts Systematics in Graz ausprobieren.

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Quellen und weiterführende Informationen