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Probetraining
Seitwärtstritt zur Distanzkontrolle beim Sparring im Freien der Akademie für Selbstverteidigung, Kampfkünste und Kampfsport in Graz.

Taekwondo

Koreanischer Kampfsport mit Trittschwerpunkt – Herkunft, Verbände und Training

Was ist Taekwondo?

Taekwondo ist eine koreanische Kampfkunst und olympische Kampfsportart, die für ihre schnellen, hohen und gedrehten Tritte bekannt ist. Der Name bedeutet etwa „Weg des Fußes und der Faust“. Seit 2000 ist Taekwondo olympisch.

Es gibt zwei große Richtungen: World Taekwondo (WT), das den olympischen Wettkampf organisiert, und die International Taekwon-Do Federation (ITF) mit eigenem Regelwerk und eigenen Formen.

Herkunft und Geschichte des Taekwondo

Nach dem Ende der japanischen Besatzung 1945 gründeten in Korea mehrere Schulen (Kwan) eigene Kampfkunststile, die stark vom japanischen Karate geprägt waren. General Choi Hong-hi (1918–2002) führte 1955 den Namen „Taekwondo“ ein, um diese Schulen unter einem Begriff zu vereinen.

1966 gründete Choi die International Taekwon-Do Federation (ITF). 1973 entstand die World Taekwondo Federation, heute World Taekwondo (WT), mit dem Kukkiwon in Seoul als Zentrum. Taekwondo war 1988 und 1992 Demonstrationssportart und ist seit den Spielen in Sydney 2000 offiziell olympisch.

JahrEreignis
1945Gründung koreanischer Kampfkunstschulen (Kwan)
1955Choi Hong-hi führt den Namen „Taekwondo“ ein
1966Gründung der ITF
1973Gründung der World Taekwondo Federation (heute WT)
2000Taekwondo offiziell olympisch (Sydney)

Techniken und Training im Taekwondo

Taekwondo legt großes Gewicht auf Tritte, weil das Bein länger und stärker ist als der Arm. Im WT-Wettkampf bringen Tritte zum Kopf und gedrehte Tritte mehr Punkte.

BegriffBedeutung
Ap ChagiFußtritt nach vorne
Dollyo ChagiHalbkreistritt (Roundhouse-Kick)
Yop ChagiSeitwärtstritt
Dwi ChagiRückwärtstritt
Poomsae / TulFormen (WT bzw. ITF)
KyorugiWettkampf bzw. Sparring
KyokpaBruchtest an Brettern

So läuft eine typische Taekwondo-Einheit ab: Aufwärmen und Dehnen, Grundtechniken in der Reihe, Tritttraining an Pratzen, Formen und – je nach Gruppe – Sparring mit Schutzweste, Kopfschutz und weiteren Schonern. Graduiert wird mit farbigen Gürteln (Kup) und Dan-Graden.

Wofür wird Taekwondo trainiert?

  • Wettkampf: Olympisches Kyorugi mit elektronischen Westen sowie Poomsae-Wettbewerbe.
  • Beweglichkeit und Schnelligkeit: Taekwondo fördert Dehnfähigkeit, Sprungkraft und Reaktion.
  • Kinder und Jugend: Strukturierte Gürtelprüfungen motivieren und fördern Disziplin.
  • Selbstverteidigung: Tritttechnik und Distanzgefühl helfen. Griffe, Würfe und Bodenkampf kommen im Sporttaekwondo kaum vor.

Stärken und Grenzen von Taekwondo

Stärken

  • Ausgezeichnete Tritttechnik und Beweglichkeit.
  • Klare Struktur mit Gürtelsystem, besonders für Kinder.
  • Olympischer Sport mit internationaler Wettkampfstruktur.

Grenzen

  • Wettkampfregeln begrenzen Faustschläge zum Kopf, Griffkampf und Bodenarbeit.
  • Hohe Tritte sind auf engem Raum und auf rutschigem Untergrund riskant.
  • WT und ITF unterscheiden sich in Regeln und Formen; „Taekwondo“ allein sagt wenig.

Für wen eignet sich Taekwondo?

Taekwondo eignet sich besonders für Kinder ab etwa fünf bis sechs Jahren, Jugendliche und Erwachsene, die einen dynamischen, athletischen Kampfsport suchen. Beweglichkeit entsteht im Training.

Wer Hände und Füße ausgewogener nutzen möchte, kann sich Karate oder Kickboxen ansehen.

Taekwondo im Vergleich: Karate, Kickboxen und Hapkido

Taekwondo hat Wurzeln im Karate, entwickelte aber einen eigenen, trittbetonten Charakter.

TaekwondoKarateKickboxenHapkido
HerkunftKoreaOkinawa / JapanJapan / USA / EuropaKorea
SchwerpunktTritteSchläge und TritteSchläge und TritteHebel, Würfe, Tritte
Olympischja, seit 2000nur 2021neinnein
  • Taekwondo und Karate: Beide haben gemeinsame Wurzeln; Taekwondo setzt viel stärker auf hohe und gedrehte Tritte.
  • Taekwondo und Kickboxen: Kickboxen erlaubt Faustschläge zum Kopf in vollem Umfang und trainiert stärker den Schlagkampf.
  • Taekwondo und Hapkido: Beide sind koreanisch; Hapkido ist ein Selbstverteidigungssystem mit Hebeln und Würfen.

Welche Rolle spielt Taekwondo bei Martial Arts Systematics?

Martial Arts Systematics (MAS) ist keine Taekwondoschule, sondern eine übergeordnete Systematik. Taekwondo gehört laut MAS zu den Stilen, aus denen das Kampfsporttraining schöpft.

Im Kampfsport, der sich bei MAS am MMA-Regelwerk orientiert, sind Trittmechanik, Distanzgefühl und Beweglichkeit relevant. Sie werden mit Boxdeckung, Clinch, Takedown-Verteidigung und Bodenkampf verbunden – denn ein hoher Tritt muss im MMA auch gegen einen ringenden Gegner funktionieren. In der Selbstverteidigung stehen einfache, niedrige Tritte und Distanz im Vordergrund.

MAS bietet kein Taekwondo-Curriculum, keine Gürtelprüfungen und keine Wettkampfvorbereitung an. Wer Taekwondo als olympischen Sport betreiben möchte, ist in einem Taekwondoverein richtig.

Häufige Fragen zu Taekwondo

Was bedeutet Taekwondo?

„Tae“ heißt Fuß oder Treten, „Kwon“ Faust und „Do“ Weg – also etwa „Weg des Fußes und der Faust“.

Wer hat Taekwondo gegründet?

General Choi Hong-hi führte 1955 den Namen ein und gründete 1966 die ITF. Taekwondo entstand aus mehreren koreanischen Schulen, die nach 1945 gegründet wurden.

Was ist der Unterschied zwischen WT und ITF?

World Taekwondo (WT) organisiert den olympischen Wettkampf mit elektronischen Westen und eigenen Formen (Poomsae). Die ITF hat andere Formen (Tul) und Regeln, die Faustschläge zum Kopf stärker zulassen.

Seit wann ist Taekwondo olympisch?

Seit den Spielen in Sydney 2000. 1988 und 1992 war es Demonstrationssportart.

Was ist der Unterschied zwischen Taekwondo und Karate?

Taekwondo hat Wurzeln im Karate, legt aber einen deutlich stärkeren Schwerpunkt auf Tritte, auch hohe und gedrehte.

Ist Taekwondo gut für Selbstverteidigung?

Tritte und Distanzgefühl helfen. Griffe, Würfe, Bodenlagen und mehrere Angreifer kommen im Sporttaekwondo kaum vor.

Kann ich bei MAS in Graz Taekwondo lernen?

MAS bietet kein Taekwondo-Programm und keine Gürtelprüfungen an. Tritttechnik und Beweglichkeit sind aber Teil des Kampfsporttrainings.

Ab welchem Alter kann man Taekwondo lernen?

Viele Vereine nehmen Kinder ab etwa fünf bis sechs Jahren auf; Erwachsene können in jedem Alter beginnen.

Fazit

Taekwondo ist ein dynamischer olympischer Kampfsport mit herausragender Tritttechnik und klarer Struktur. Griffe, Würfe und Bodenkampf spielen kaum eine Rolle. Wer Tritte als Teil eines vollständigen Kampfsport- oder Selbstverteidigungstrainings nutzen möchte, findet das bei Martial Arts Systematics in Graz.

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Quellen und weiterführende Informationen